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06. Januar 2021

Premiere mit Pleiten, Pech und Pannen

Der Brucker Kraxenträger Klaus Trnka erinnert sich an seinen Start mit Hindernissen.

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„I bin da Klaus, da Brucker Kraxentroger“, so begann meine Begrüßung am ersten Auftritt in meiner neuen Maske, als Begleiter der Perchten. Nur blöd, dass ich gar keine Kraxn, kein Rückentragegestell, auf dem Buckel hatte. Denn die stand zu Hause im Flur. Ich hatte sie in der ganzen Vorbereitung und Aufregung schlicht weg vergessen.

Beim nächsten Auftritt war eigentlich alles perfekt vorbereitet, diesmal auch die Kraxe ordnungsgemäß auf meinem Rücken. Ich betrat den Kreis der Zuschauer und begann wieder mit meinem Sprücherl. Doch leider verstanden die Zuschauer nix. In meiner Holzmaske ist ein Funkmikro verbaut, doch am Mischpult war der Regler verstellt und so kam halt nix raus. Zwangsweise brüllte ich durch die Maske so gut es eben ging.

Zwei Beispiele, dass wir zwar unheimliche Wesen aus der Anderswelt für die Besucher darstellen, und doch manchmal mit allzu menschlichen Herausforderungen kämpfen.

Der Kraxenträger hat mich deshalb so fasziniert, da er mir als einzige unserer Figuren die Möglichkeit gibt, mit den Besuchern zu sprechen. Es ist uns wichtig, den Leuten zu erklären, was sie erleben, da vielen Anwesenden das Perchtentreiben, die Wuide Hetz und die Bedeutung der Rauhnächte fremd und teils unbekannt sind. Zum Sprechen gehört auch, dass sich der untere Teil der Maske bewegen lässt, eine zusätzliche Besonderheit beim Kraxenträger.

Für alte Traditionen und Brauchtümer begeistere ich mich schon seit Kindertagen auf dem Bauernhof meiner Großeltern im Böhmerwald. Mit dem Umzug nach Oberbayern kam das Interesse für die vielen Feste und Brauchtumsveranstaltungen im Alpenraum hinzu. Und beim letzten Schritt in die aktive Rolle half wie so oft der Zufall: Für einen erkrankten „Nikolaus“ musste ich kurzfristig einspringen. Das war vor über 20 Jahren. Die Begeisterung ist seitdem ungebrochen, sowohl in der Rolle als Nikolaus als auch als Brucker Kraxenträger.

Fotos: Isabel Bachmann | IsaART

Für uns als Brucker Perchten & Rauhnachtsgsindl endet nun die Zeit der Rauhnächte am 06. Januar, am traditionellen Perchtentag für die Einen und am Festtag der Hl. Drei Könige für die christliche Bevölkerung.

Wir hoffen, Ihr habt Spaß beim Lesen der Texte und beim Betrachten der Bilder in unserem Brauchtumskalender gehabt. Die Informationen sollten nur ein kleiner Streifzug durch die vielfältigen Bräuche dieser Zeit sein. Wichtig war uns, dass Ihr uns als „Menschen innerhalb unserer Masken“ kennen lernen konntet. Einblicke in unser Vereinsleben zeigen, dass sich hier jeder, ob Jung oder Alt, wohlfühlen kann.

So wünschen wir Euch ein gutes neues Jahr und viel Gesundheit. Gemeinsam wollen wir die Krise durchstehen und so hoffen wir auf ein Wiedersehen, wenn es am Ende des Jahres heißt:

„Rauhnachtszeit in Bayern, da gibt’s de Wuide Hetz!“

Herzlichst

Eure Brucker Perchten & Rauhnachtsgsindl