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26. Dezember 2020

Von wegen besinnlich: die „Wuide Hetz“ zieht über die Felder

Traditionell am 2. Weihnachtsfeiertag zeigen die Brucker Perchten & Rauhnachtsgsindl am Heimatmuseum Jexhof, wie die Rauhnachtszeit früher aussah. Dieses Jahr bleibt die Erinnerung an die wilden Auftritte und ein Video vom vorigen Mal.

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Wird der erste Weihnachtsfeiertag zu Hause mit der Familie gefeiert, so wird der Tag danach gerne zum Besuch der lieben Verwandten genützt, oder man lädt sich selber Besuch ein. In manchen ländlichen Gegenden gibt es an diesem Tag den Brauch des „Kripperlschauens“. Hierzu öffnen die Menschen ihre Häuser und zeigen ihre kleinen und großen Krippen, mit kunstvoll geschnitzten Figuren und phantastischen Landschaften als Hintergrund. Und auch der Jexhof, das Heimatmuseum in der Nähe von Schöngeising, bietet an diesem Tag normalerweise ein sehenswertes Spektakel: seit vielen Jahren schon, treiben an diesem Tag die Perchten, Hexen und weitere schaurige Gestalten der Rauhnacht ihr Unwesen. Hier auf einem alten Bauernhof erleben die Besucher eindrucksvoll, wie es früher wohl war, während der Rauhnachtszeit.

Schon die völlige Abgeschiedenheit des Hofes, rings umgeben von Wäldern, bietet die perfekte Kulisse. Wenn es dann beginnt dunkel zu werden, die ersten Fackellichter über den Streuobstwiesen zu sehen sind und der Klang von schweren Glocken immer lauter wird, dann ist es an der Zeit für den Auftritt der Brucker Perchten & Rauhnachtsgsindl. Da halten sich dann manche an ihrem Nachbarn fest, wenn die „Wuide Hetz“ einzieht.

Doch wie vieles in diesem Jahr ist auch dieser Auftritt heuer nicht möglich. Stattdessen kann man sich den Auftritt vom vorigen Jahr nochmal auf YouTube ansehen. Bernhard Tkoczyk hat mit seiner Kamera das Treiben der Wuiden Hetz festgehalten.

Jeder Auftritt endet mit Segenswünsche für das kommende Jahr, für Haus, Hof und alle Menschen, die dort ein- und ausgehen. Nachdem die bösen Geister des Winters vertrieben wurden, wissen die Wirtsleute Renate und Günter Sirtl sehr genau, was nun gebraucht wird nach einer Stunde im Fellanzug ist der Durst riesig. So setzen sich alle Darsteller und Helfer des Vereins mit Fans und Freunden in die gute Stube des Jexhofs. Doch bevor getrunken wird, gibt’s natürlich zuerst den Trinkspruch des Vereins:

„Huraxdax – packs beim Hax – packs beim Zeh – schmeiß in d’Höh“, worauf alle Anwesenden mit einem überschwenglichen „Juhee“, antworten.

Was es heißt, von Renate und Günter Sirtl bewirtet zu werden, das muss jeder selber mal erlebt und probiert haben. Seit Jahren schon kochen die Beiden griabig, zünftig boarisch auf, dass es eine wahre Freud ist, dort zu essen. (Mehr dazu auf https://www.jexhof-gastronomie.de/.)

Natürlich wird auch die Quetschn (Akkordeon) ausgepackt und dann dauert es nicht lang, bis die Stimmung am Höhepunkt ist. Spätestens, wenn das Licht in der Stubn ausgeht und Günter mit einem vollen Tablett mit brennenden Schnapsgläsern den Raum betritt.

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Wir als Verein nehmen Brauchtum und Tradition sehr ernst, aber auch das gemeinsame Feiern kommt bei uns nicht zu kurz. Daher danken wir Museumsleiter Dr. Reinhard Jakob und der Wirtsfamilie Sirtl vom Jexhof ganz herzlich für die alljährliche Gastfreundschaft. Wir wünschen uns alle gemeinsam, dass es nächstes Jahr wieder heißt:

„Rauhnachtszeit in Bayern, da gibt’s de Wuide Hetz auf’m Jexhof.“

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Im Nachfolgenden könnt Ihr Euch das Video von Bernhard Tkoczyk ansehen (mit dem Abspielen lädst Du das Video von YouTube).

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Brucker Perchten & Rauhnachtsgsindl am Jexhof

Dauer: 9:58 Min. .

 

Und wie versprochen, hier die Auflösung zum gestrigen Suchsel.