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29. November 2020

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt… Gedanken zum 1. Advent

Advent bedeutet so viel wie „Ankunft“, im christlichen Gedanken die Ankunft des Erlösergottes auf Erden. Beginnend, bereits vom Fest des Hl. St. Martin am 11. November, war diese Zeit im religiösen Sinn eine Bußzeit, um sich auf das Fest der Geburt Jesu andachtsvoll vorzubereiten. Die berühmte Martinsgans ist noch ein Überbleibsel und zeugt davon, sich an diesem Tag nochmals satt zu essen, bevor die Fastenzeit begann und bis zum Weihnachtsfest andauerte. Heute hat diese Zeit längst den ursprünglichen Charakter verloren.

Eng verbunden mit der Ankunft ist die Erwartung. Etwas erwarten zu können, damit haben sich auch die Menschen in früherer Zeit schwer getan. Ausgerechnet ein Protestant mit Namen Johann Hinrich Wichern hat um das Jahr 1850 den Adventskranz erfunden. Ein einfacher Kronleuchter, auf dem das erste Licht brennt. Dann zwei, dann drei und für jeden Tag eins mehr. So freuen sich besonders die Kinder, wenn jeden Tag ein Licht mehr brennt und Weihnachten damit näher rückt, bis am Ende 24 Lichter angezündet sind. Kurze Zeit später wird aus dem Kronleuchter ein Kranz aus Tannenzweigen und aus den 24 Lichtern bleiben 4 Kerzen für jeden Adventssonntag übrig. Zeitgleich ist auch der erste Adventskalender entstanden, mit 24 Fenstern. Zunächst mit feinen Bildchen geschmückt, um das sehnsüchtige Warten auf das Christfest zu verkürzen.

Heute tun wir uns immer noch schwer mit der Erwartung. Doch dafür gibt es unbegrenzte Möglichkeiten, einen Adventskalender zu „füllen“. Von Süßigkeiten, Edelsteine, Bier, Schnaps und…

Eines hat sich Gott sei Dank gegenüber früher nicht verändert: Wir müssen immer noch 24 Tage warten.

Wir sehen uns am 04.12.2020 zum nächsten Beitrag!